Mobilität. Das 21. Community-Portfolio

© Jean Theisen (LU)
Mit der Erfindung des Rades vor etwa 4000 Jahren erschloss Mobilität den Menschen neue Lebensräume. Das Rad in den verschiedensten Spezifikationen ist noch immer Garant für Fortbewegung bei geringem Rollwiderstand. Fahrzeuge und Mobilität aller Art sind für jeden begeisterten Fotografen eine gerne angenommene Herausforderung. Mobilität ist das Thema des 21. Community-Portfolios, bei dem die Mitglieder von Photocampus.eu ihre besten Bilder präsentieren.

Die ausgewählten Fotos der photocampus-Mitglieder

Willy Borgfeldt (D) entdeckte in Fernost einen Anhänger, übervoll bepackt mit Fahrrädern, die von einem Ort zu einem anderen unterwegs sind. Zu einem sportlichen Anlass, zu einem Ausgangspunkt? Wir wissen es nicht. Was bleibt, ist die Faszination für das Chaos, das Borgfeldt mit dieser Schwarzweißaufnahme dokumentiert.

Im Wattenmeer bei Westerheversand gelang Wilfried Dunckel (D) diese malerische Aufnahme einer Radlerin im seichten Wasser vor rot glühendem Abendhimmel. Wer, wie Wilfried Dunckel, auf Wattwanderungen seine Kamera dabei hat, weiß um die Überraschungsmomente, die das Wattenmeer immer wieder bietet. Die besondere Konstellation aus magischem Abendlicht, ruhigem, spiegelglattem Wasser und Radlerin konnte Dunckel so für sein Foto bestens nutzen.

Ein gutes Gespür für die Wirkung von Linien beweist Peter Marxer (Lie) mit dem Schwarzweiß-Foto von den Zügen. Der Fluchtpunkt, an dem sich die verlängerten Linien aus der Aufnahme treffen würden, liegt weit außerhalb des Bildformates. Umso intensiver zieht es unseren Blick vom Motiv hinaus in die Ferne zu neuen Orten, möglicherweise zu den künftigen Zielen dieser Züge.

Peer Schmidt (D) erlebte für unsere ordnungsgewohnten mitteleuropäischen Augen chaotisch anmutende Verkehrsszenen in Indien. Seine Aufnahme eines meterhoch beladenen Pferdefuhrwerks neben einem schweren Lastkraftwagen könnte kontrastreicher nicht sein. Denn vergleicht man die Ladehöhe, so hat das 1-PS-Fuhrwerk beinahe dieselbe Ladehöhe wie der hunderte von PS starke LKW. Ebenfalls in Indien entstand die Aufnahme an einem Fluss, die Brigitte Nickel-Zeiger (D) einreichte. Tausende Gläubige finden sich in der Dämmerung auf dem Fluss mit ihren Booten ein. Hier wird Mobilität in der Masse sichtbar, die vom Einzelnen Rücksichtnahme und regelbasiertes Verhalten einfordert, sonst gibt es auf den teils bis an die Kapazitätsgrenzen besetzten Booten Chaos.

Mobilität finden wir heute bereits im Kinderzimmer, stellt Paul Jancso (D) mit seinem Foto eines Boobycars und eines Kindes fest. Ihm gelang, noch dazu aus der Froschperspektive, ein sehr aussagekräftiges Kinderbild. Die Augen des Kleinen blicken fasziniert auf das rot leuchtende Gefährt, das attraktiv zum Ritt übers Parkett einlädt. Doch um diesen zu starten, muss die kindliche Motorik noch in Betrieb gesetzt werden.

Mobilität wird für Menschen mit Sehbehinderung zur Existenzfrage. Roger Emmenegger (CH) hat das sehr schön auf einem Bahnhof fotografiert. Vor den ein- und ausfahrenden Zügen nutzt ein Sehbehinderter seinen Gehstock, um sich mit Hilfe der im Fußboden befindlichen Markierungen zu orientieren.

Vor Frankfurts Skyline hat Hans Joachim Klotz (D) kein Speedboat, sondern ein ganz normales Ausflugsschiff fotografiert. Die Langzeitbelichtung vermittelt uns allerdings den Eindruck, als würde das Schiff der Speedboat-Kategorie zuzurechnen sein.

Geradezu malerisch inszeniert Jean Theisen (LU) das Thema Mobilität und erzählt damit eine fiktive Geschichte: Der Fahrradlenker mit Glocke im Pünktchendesign lässt uns an ein Damenfahrrad denken. Und ja, vielleicht blickt die Fahrradfahrerin wartend in die Lichter des abendlichen Autoverkehrs, um sich mit jemand zu treffen, mit dem sie hier verabredet ist.

Mitten in Berlin hatte Helga Lehner (D) ihre Kamera auf dem Stativ stehen, um die Mobilität mit einer gekonnten Mehrfachbelichtung zu visualisieren. Experimentierfreude und Neugierde gehören bei solchen Aufnahmen zusammen.

„Die Grenzen der Mobilität“ betitelt Harald Stampfer (AT) sein Foto einer Motorradvorführung. Meterhoch und dutzende Meter weit springen die mutigen Fahrer auf ihren Zweirädern. Sich dann in der Luft aus dem Sattel zu erheben und mit den Schienbeinen den Lenker des Gefährts zu steuern, ist für bodenständige Zweiradfahrer schwer vorstellbar.

Der Blick aus einem langsam fahrenden Zug ist für Wilfried Forschner und sein Smartphone das ideale Motiv, um die „blauen Weichen“ zu präsentieren, die durch Bewegungsunschärfe und Farbe die Weichenstellungen des Lebens und unsere Sehnsucht nach fernen Orten symbolisieren.

Die Dynamik eines Linienbusses wird in der Aufnahme von Axel Krefting (AT) durch Mitzieheffekt und Langzeitbelichtung überhöht und wirkt plötzlich eindrucksvoll. Sicherlich verstärkt auch die Farbgebung den dynamischen Charakter der Aufnahme vom Busbahnhof. Für Andreas Engelmann ist Mobilität heute vorwiegend elektrisch. Dafür steht die Oberleitung einer Straßenbahn, die Engelmann fotografierte und invertiert hat. Es entstand eine reizvolle Grafik.

Das nächste Thema des CommunityPortfolios lautet „Lange Zeit“. Dies bezieht sich auf Langzeitbelichtungen und daraus entstehende Effekte. Alle photocampus-Mitglieder sind eingeladen, bis 5. Oktober ihre Bilder in die Cloud hochzuladen.

Du möchtest künftig hier auch deine Bilder zeigen? Für dich als Mitglied von photocampus.eu stellen wir künftig auch dein bestes Foto zu einem Thema hier aus. Schreib eine Mail an mail@fineartprinter.de. Die Details der Mitgliedschaft erklärt dir Hermann Will gerne.